07.01.2019 00:00

MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation) = "Kreidezähne"

 

BEZEICHNUNG:

Der Name leitet sich zum einen ab von den Zähnen, die von dieser Erkrankung betroffen sind. Dieses sind die Molaren (Backenzähne) und die Inzisiven (Schneidezähne).

Zum anderen beschreibt der Begriff, dass es sich um eine Störung der Zusammensetzung des Zahnschmelzes handelt (Hypomineralisation). Die Kinder empfinden häufig Trinken, Essen und das Putzen der Zähne als schmerzhaft und haben Schwierigkeiten diese Zähne zu putzen.

 

  • Es handelt sich also um eine Mineralisationsstörung, bei der der Zahnschmelz brüchiger als normal ist.
  • Die Zähne sind anfälliger für Karies.
  • Betroffen sind meist mittlere Schneidzähne und die ersten Molaren (= erste bleibende Backenzähne)
  • Die Häufigkeit ist nach unterschiedlichen Untersuchungen 3,6 % bis 25 %
    (in Deutschland zw. 4 und 14 %)

URSACHEN:

Die Ursache ist noch ungeklärt. Man weiß nur, dass die Ursache zwischen 8. Schwangerschaftsmonat und 4. Lebensjahr liegen muss, weil dies der Zeitraum der Bildung der betroffenen Zähne ist.

Vermutet werden:

  • Probleme im letzten Monat der Schwangerschaft
  • Frühgeburten, Dioxinbelastung der Muttermilch, verlängertes Trinken aus Plastiktrinkflaschen
  • Häufige Erkrankungen in den ersten 4 Lebensjahren mit Schwankungen des Kalizumphosphatspiegels
  • Mangelernährungszustände, Lungen-, Mittelohrentzündung, Durchfallerkrankungen, Fieberzustände

THERAPIEMÖGLICHKEITEN:

Wichtig sind engmaschige Kontrollen (mindestens 2x jährlich)

  • Fluoridierungsmaßnahmen
  • Fissurenversiegelung
  • Glasionomerzement als Füllmaterial, da Amalgam dafür ungeeignet ist (wird von den Kassen bis zum 15. LJ. bezahlt).
    (Dies ist aber nur ein Langzeitprovisorium)
  • Kunststofffüllungen
  • Versorgung mit Kronen (erst im Erwachsenenalter möglich)
  • Eventuell Entfernung betroffener Zähne, wenn sich auch Platzprobleme abzeichnen, die eine Regulierung erforderlich machen ( zw. 8. u. 11. LJ; nur Backenzähne)

 


 

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